|
Endgültiger Auslöser für den Start in die schreibende Zunft waren für den 1973 geborenen Thomas A. Ruhk die Mitte der 80er Jahre populären „Masters of the Universe“.
Diese Spielzeugserie, die aus den Staaten zu uns herüberkam, inspirierte den damals zwölf Jahre alten Thomas, Geschichten auf dem Planeten Eternia zu erfinden. Da er gleichzeitig begeisterter Leser der (immer noch gut laufenden) „Groschenromane“ wie Perry Rhodan oder John Sinclair war, gestaltete er die von Hand geschriebenen Mastersromane nach gleichem Muster.
Vierzehn Schulhefte in A5-Größe füllte er mit einer fortlaufenden Geschichte und verteilte sie nach und nach an seine Schulkameraden auf der Idar-Obersteiner Realschule.
Irgendwann ließ das Interesse an Spielzeug drastisch nach – die Freude am Formulieren blieb. Auf einer alten Olympiaschreibmaschine wagte er mit 16 Jahren das große Abenteuer und verfasste seine erste Kurzgeschichte in der für den damaligen Buchmarkt geltenden Norm. Genau ein halbes Jahr später kam unerwartet die Nachricht, dass die Story „Im Reich des Schreckens“ in der wöchentlich erscheinenden Nachauflage der Gruselserie John Sinclair erscheinen sollte.
Nach diesem Erfolg durchlief Thomas A. Ruhk den Werdegang der meisten jungen Männer. Er fand durch Ausbildung, Wehrdienst, der sportlichen Bindung an eine American-Football Mannschaft und persönlichen Veränderungen keine Zeit und Muse mehr, Gedanken geordnet auf Papier zu bringen. Allerdings stieg er in eine Fantasyrollenspielgruppe ein, wo er als Spielleiter wieder die Rolle des Erzählers einnahm. Im Alter von 27 Jahren schließlich ergab sich auch wieder die Gelegenheit, erneut zwei Kurzgeschichten an die Redaktion der Gruselserie John Sinclair zu schicken.
Die Geschichten „Amok“ und „Dämonopoly“ erschienen kurz darauf in den Sinclairnachauflagen. Jetzt wagte sich Thomas A. Ruhk an erste Konzepte für größere Geschichten, scheiterte aber an der eigenen Ausdauer.
Mit 28 lernte er seine spätere Frau Susanne kennen, die sich zu jener Zeit in der Ausbildung zur Deutschlehrerin befand. Spricht man ihn heute darauf an, erntet man meist ein schiefes Grinsen, denn womit könnte man wohl eine angehende Deutschlehrerin am ehesten beeindrucken, wenn nicht mit veröffentlichten Storys?
Die Kraft, die diese Beziehung entwickelte (sichtbar an den wachsenden Kindern), beflügelte den Autor zu zwei weiteren Erzählungen, die in der Fantasyanthologie „Unter Aves Schwingen“ und dem Science-Fiction-Sonderband „Geschichten aus der Intrawelt“ veröffentlicht wurden. Zeitgleich vollendete er seinen ersten Roman, den 418 Seiten starken „Silbermond“, eine epische Geschichte um intelligente Katzen und ihrem Krieg gegen die Ratten.
„Silbermond“ erhielt Absagen von vielen, vor allem größeren, Verlagen.
„Der Roman zerfällt aber nicht“, sagt sich Ruhk. „Er liegt in der Schublade und wartet.“
Nach diesem Testlauf begannen die Arbeiten an „Strohbär“, einem Krimi. Die ersten fünfzig Seiten entstanden während eines Aufenthaltes in Dänemark, der Rest wurde im Heimatort des Autors geschrieben. Er betont, dass der „Strohbär“ ein klassischer Krimi ist, kann allerdings nicht leugnen, vage fantastische Elemente in den Roman gepackt zu haben.
Der Roman erschien im Pandion-Verlag im September 2007 und wurde auf der Frankfurter Buchmesse Mitte Oktober vorgestellt. Der erstaunliche Erfolg resultierte in einer zweiten Auflage, die noch kurz vor Weihnachten 2007 auf den Markt gebracht wurde, die dritte Auflage startete im Mai 2008, die vierte im Juli 2009.
Der Nachfolger "Totenbaum", in welchem die Helden aus dem "Strohbär" alle wieder mit dabei waren, bekam eine höhere Startauflage spendiert - auch hier folgte eine zweite Auflage in gleicher Druckhöhe.
Noch während der Arbeit an dem dritten Teil der Steinmann-Reihe stieg Thomas A. Ruhk jedoch in eine Nebentätigkeit als Autor bei einer der renommiertesten Fachzeitschriften für Videospiele ein - der Gamepro. Das in München ansässige Magazin mit einer monatlichen Druckauflage von knapp 40.000 Stück verfügt über einen starken Onlineauftritt, für welchen Ruhk regelmäßig Artikel veröffentlicht und bisweilen auch ins Ausland zu Herstellern geschickt wird.
Im März 2010 nun wird Teil drei der Steinmann Reihe endlich erscheinen - "Zonenkrieger", ein, wie Ruhk betont, sehr bedrückender Regionalkrimi.
|